F1 Monaco - 1984

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Mai 1984 in Monaco. Heftiger Regen machte eine Startverzögerung unumgänglich. Der trockene Streckenabschnitt im Tunnel mußte von der Feuerwehr unter Wasser gesetzt werden. Als das Rennen im strömenden Regen gestartet wurde, ahnten die Zuschauer noch nicht, das sie Augenzeugen eines Jahrhundert-Rennens werden würden.

Alain Prost ging in Führung, gejagd von Nigel Mansell. Dahinter kämpften Niki Lauda und Michele Alboreto um die Positionen. Von Runde zu Runde wurde der Grand Prix spektakulärer und die Piste rutschiger. Auf den Tribünen spielte der Dauerregen allerdings keine Rolle. Völlig durchnäßt erlebten die Zuschauer die Geburt zweier Supernovas!

Ayrton Senna im Toleman und Stefan Bellof im Tyrrell, dem einzigen Nicht-Turbo im Feld, kämpften sich gegen die etablierten Stars Platz um Platz nach vorn. Bellofs Überholmanöver gegen Keke Rosberg, Riccardo Patrese und Rene Arnoux ging in die ewige Motorsportgeschichte ein. Ayrton Senna erhöhte inzwischen den Druck auf den Führenden Alain Prost, der im immer stärker werdenden Regen sichtlich in Schwierigkeiten geriet. Ayrton Senna und Stefan Bellof nahmen Prost pro Runde mehr als vier Sekunden ab. Prosts großer Vorsprung schmolz im monegassischen Regen wie Schnee in der Sonne. Der McLaren-Pilot wußte, er würde das Rennen verlieren, sollten die Wasserspiele nicht vorzeitig beendet werden. Prost signalisierte mit wilden Handbewegungen in Richtung Rennleitung, die das Rennen in der 32. Runde abbrach. Erlebt diesen wahrlich großen Grand Prix noch einmal in voller Länge! Prost gewann den Monaco Grand Prix mit ganz viel Glück. Ayrton Senna wurde Zweiter mit knapp sieben Sekunden Rückstand. Stefan Bellof wurde großartiger Dritter. Über den Rennabbruch ist später noch viel spekuliert worden. War es eine Konzessionsentscheidung zugunsten des Taktikers Prost, der sich gegen zwei Monaco-Debütanen keine Schmach leisten wollte? Die FIA sah es so und entzog Rennleiter Jackie Ickx für ein Jahr die Lizenz.